Sonntag, 6. September 2026

Zeichentreff im Septemer - Achtung diesmal eine Woche später als üblich!

Vom 18.-20. September findet das Deutschlandtreffen in Bremen statt. Aufgrund der Terminüberschneidung verschieben wir unser monatliches Treffen um eine Woche - und das lohnt sich! Denn... 

Öffnen sich Türen zu Türmen, will doch jeder hinauf, um den Ausblick aus ungewohnter Höhe zu checken– oder?!! 

Am Sonntag, 27. September 2026, werden die Türen von zwei historischen Türmen für interessierte Besucher aufgeschlossen. Beide Türme liegen nur etwa 100m voneinander entfernt! 

Unterer St. Jakobs-Wasserturm Adresse: Gänsbühl 32, Augsburg, beim Oblatterwall/Kahnfahrt 

Um die Wasserversorgung der Jakobervorstadt mit der Fuggerei zu verbessern, gab der Stadtrat um 1600 zwei identische Wassertürme in Auftrag. Während der „obere“ neben dem Jakobertor 1944 zerstört wurde, hat sich der „untere“ Jakobs-Wasserturm nahe der heutigen Kahnfahrt erhalten. Zum Turm gehört ein kleiner Anbau, in dem ein Wasserrad permanent für den nötigen Druck in den Leitungen Wasser aus dem Stadtgraben nach oben pumpte. Der Turm trägt mit dreieckigen Giebeln, kupfergedeckter Haube und rotem Anstrich eindeutig die Handschrift des Stadtbaumeisters Elias Holl. 


  Fünffingerlesturm Adresse: Untere Jakobermauer, Augsburg 

Der Fünffingerles-Turm wurde im Mittelalter als Teil des Stadtmauerrings um die Jakobervorstadt errichtet. Seinen Namen verdankt er der eigenwilligen Dachform mit den kleinen Ecktürmchen. Alte Stiche zeigen, dass es in der umlaufenden Stadtmauer eine Vielzahl von Wachtürmen gab. Er überstand die „Entfestigung“ im 19. Jhd. und die Weltkriege, wurde aber nicht gut behandelt: Die Nutzung als Fischfutterlager führte zu einem massiven Taubenproblem. Es gelang die „altaugsburggesellschaft“ für Säuberung, Baudokumentation und Sanierung zu gewinnen, die den Turm in verantwortbarem Umfang nun für Publikum erlebbar und nutzbar macht. Doch weil der Turm einst Teil einer Stadtmauer mit Wehrgang war, beginnen die Treppen im Inneren erst im zweiten Stock. Eine neue Treppe musste geplant und angebaut werden ohne dabei die originale Bausubstanz (Denkmalschutz!) zu verändern. Die neue Außentreppe aus Stahl ruft mit ihren Umrissen die ehemalige Stadtmauer ins Gedächtnis und stellt sicher, dass künftig der nötige Turmunterhalt möglich ist. Im Zuge der Sanierung stieß man im Inneren auf ein Wandfresko, das eine Kirche mit Zweiturmfassade zeigt- evtl. ein früher „urban sketch“ des Augsburger Domes von 1454! 

In beiden Türmen ist es nicht nur auf den Treppen eher eng und wir werden sicher nicht die Einzigen sein, die sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollen einen Blick in die Türme zu werfen. Daher wer im Inneren zeichnen möchte, dem sei eher kleines Besteckt und lieber nur kleine Hocker nehegelegt. 

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